Start KREISBAUERNVERBAND AUSBLICK 2016
Ausblick 2016 PDF Drucken E-Mail

Die Erzeugerpreise sind seit Monaten nur noch auf Talfahrt. Als Beispiele: So bewegen sich die Milchpreise zwischen 25 und 27 Cent/kg – die Produktionskosten belaufen sich aber auf 35 Cent/kg. Für das Schweinefleisch bekommen die Landwirte nur noch 1,24 €/kg. – notwendig sind aber 1,65 €/kg. Der aktuelle Weizenpreis ist auf einen historischen Tiefstand von
13,00 €/dt gefallen. Schauen wir nach, so ist außer Hoffnung nichts zu sehen. Das Preistieftal ist noch nicht durchschritten, am Horizont derzeit kein Silberstreifen zu sehen.

„Das ist eine Politik zu Lasten der Landwirte“
Wir schließen uns dieser Einschätzung des Vizepräsidenten des DBV Werner Schwarz an: Wir fordern die Politik auf, sich der Probleme der Landwirtschaft anzunehmen und für Rahmenbedingungen zu sorgen, welche die derzeitige Situation deutlich entschärfen. Wir brauchen Stärke, wirtschaftlich gesunde Betriebe und auch langfristig eine nachhaltige Landwirtschaft. Es geht einfach nicht, dass die Politik trotz der gegenwärtig angespannten wirtschaftlichen Situation die Kosten der Betriebe durch Auflagen in die Höhe treibt. Andererseits beklagen dieselben Politiker die unzureichenden Gewinne in der Landwirtschaft.


Sehr geehrte Abgeordnete, hier ist ihr Handeln gefordert für die Landwirtschaft.

  • Beim Tierschutz und dem Tierwohl ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu wahren und mehr Augenmaß auf das reale Umsetzbare zu legen. Wir brauchen hier eine starke wissenschaftliche Begleitung
  • Wir sind gegen einen Alleingang Thüringens hinsichtlich eines Filtererlasses
  • Für neue Agrarinvestitionen brauchen wir Verlässlichkeit und Kontinuität in der Landwirtschaftspolitik
  • Anlagen zum Lagern von Jauche, Gülle und Silagesickersaft in jeglicher Größenordnung brauchen einen Bestandsschutz.
  • Die verpflichtende Einführung von Gewässerrandstreifen mit einer generellen Breite von 10 Metern führt zu einem enormen Flächenentzug und ist ein erheblicher Eingriff in Eigentum und Besitz, den wir entschieden ablehnen.
  • Wir wollen keine Erhöhung der Grunderwerbssteuer für landwirtschaftliche Flächen
  • Wir wollen weitere Reduzierung bei der  Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen. Bei den Kompensationsmaßnahmen muss der Vorrang auf alternative Lösungen gelegt werden, nicht auf Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Nutzfläche.
  • Mit der Biogasproduktion haben die Landwirte gezeigt, wie erfolgreich sie zur Energiewende beitragen konnten, welche positiven Umweltauswirkungen damit erreicht wurden. Deshalb brauchen wir ein klares Bekenntnis zum Erhalt dieser Anlagen, aber auch dringend Neuregelungen, die einen Ausbau auch in Zukunft möglich machen.
  • Die Neuordnung der Düngeverordnung steht an. Wir fordern Augenmaß! Jeder Pflanzenanbau entzieht dem Boden Nährstoffe, die diesem durch Düngung zugeführt werden müssen. Daher ist es richtig, dass der spezifische Nährstoffbedarf einer Fruchtart maßgeblich für die Menge der einzusetzenden Düngemittel bleibt

 

Brauchen wir wirklich eine strengere Regulierung des Landwirtschaft?
Entspricht das eigentlich dem gesellschaftlichen Willen? Der Verbraucher als Gradmesser wird dazu oft in Anspruch genommen. Umfragen zeigen immer wieder, der Verbraucher „ist sehr zufrieden mit der Arbeit der Landwirte“. Udo Folgart (Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg) sagt dazu „Viele Unternehmen müssen auf Rücklagen zurückgreifen, verbessern aber auch ihr Management, um Kosten zu senken. Für Investitionen bleibt oft kein Geld. An höheren Preisen für Milch, Fleisch, für alle landwirtschaftlichen Rohstoffe geht kein Weg vorbei.“ Herr Werner Schwarz (Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein fordert berechtigt „mehr Ehrlichkeit in der Debatte, mehr Objektivität in der Berichterstattung und mehr Sachlichkeit  im Umgang mit uns Landwirten“. Der landwirtschaftliche Berufsstand verlangt hier mit Recht mehr Respekt und Anerkennung unserer Arbeitsleistung. Haben wir vergessen, mit welchen Ressourcen wir seit 1990 unseren Versorgungsauftrag umsetzen konnten und welche gewaltige positive Entwicklung wir bis heute bei den pflanzlichen und tierischen Produktionsverfahren genommen haben.


Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz hat die Aufgabe „Natura 2000 Stationen“ ausgeschrieben.
Als Interessenvertretung der Landwirte freut es uns, dass sich der Landschaftspflegeverband Altenburger Land e.V. dazu beworben hat. Er verbindet wie kein anderer Verband schon seit Jahren die Belange von Naturschutz und Landwirtschaft, er kann vielfältige Erfahrungen in der Landschaftspflege nachweisen. Wir sind sicher, dass das kreisübergreifende Agieren durch den Landschaftspflegeverband Altenburger Land e.V. erfolgreich gemeistert wird. Als Kreisbauernverband Altenburg e.V. unterstützen wir diese Bewerbung ausdrücklich.

Wir haben unter uns aber weitere Landwirte, die Ihre Investitionen beim Landesverwaltungsamt angezeigt und zur Bearbeitung vorgelegt haben. Das sind einmal die Hähnchenmastanlage in Gleina und die Erweiterung der Schweinemastanlage in Mockzig. Ich finde es bedenklich, wenn sich Landwirte für geplante Investitionen rechtfertigen müssen. Warum haben andere Wirtschaftszweige da einen Persil-Schein? Auch landwirtschaftliche Investitionen haben das gesetzliche Recht, das vorgeschriebene Planungsverfahren durchlaufen zu können. Ich erinnere an unsere Forderungen: mehr Sachlichkeit im Umgang mit den Landwirten, mehr Ehrlichkeit in der Debatte, mehr Objektivität in der Berichterstattung!

 

Die neue Förderperiode LEADER ist da!
Sie kam mit Verspätung, hat aber im Altenburger Land zwei Projekten den Zuschlag gebracht

Im Rittergut Schwanditz  „Bildung und Tourismus“ sollen zukünftig Themen, wie Landwirtschaft, Lebensmittelherstellung, Ernährung, Umwelt und Natur anschaulich, praxisnah und in Kooperation mit verschiedenen anderen  regionalen Partnern besonders unseren Kindern vermittelt werden. Daneben sollen hier auch für Erwachsene (z. B. Lehrer) Weiterbildungen und Seminare angeboten werden.

Das Projekt Tante Emma 2.0  des Agrarservice Altenburg-Waldenburg sieht eine Erweiterung des Marktgeschäftes in Ehrenhain vor. Es sollen zusätzlich Waren regionaler Erzeuger und Direktvermarkter aus der unmittelbaren Umgebung angeboten werden. Geplant sind zudem Workshops zu regionalen Produkten sowie ein Auslieferungsdienst.

Beide Projekte erhielten im November 2015 den Fördermittelbescheid vom ALF Gera und befinden sich derzeit bis einschließlich 2017 in der Umsetzung. Danke für die guten Projekte. Für die Umsetzung viel Erfolg!

 

Wir machen auf die Initiative „Heimische Landwirtschaft“ erneut aufmerksam.
Sie spricht für alle Landwirte und Fördermitglieder, ob berufsständisch organisiert oder nicht. Ihr Motto: „ Von Landwirten für Landwirte“. Mittels Radiospots wird der Landwirt, die Landwirtschaft positiv dargestellt. Ganz wichtig, um die Verbraucher besonders in den Städten und Ballungsgebieten zu erreichen.

Im Altenburger Land beteiligen sich  bisher 24 Landwirte und sechs Fördermitglieder bei der “Heimischen Landwirtschaft“. Es ist Werbung für unsere gute Arbeit. Deshalb ist es richtig, mitzumachen und der Initiative beizutreten. Berufsnachwuchs und Berufsausbildung sind immer ein aktuelles Thema – auch hier bei uns. Unsere Region kann mit 30 anerkannten Ausbildungsbetrieben für die grünen Berufe aufwarten. 18 Lehrlinge haben 2015 ihre Ausbildung in den grünen Berufen begonnen. Die Anleitung, Unterstützung und Organisation ist dabei durch unser Landwirtschaftsamt sehr gut abgesichert.

 

Mitgliedergewinnung aber auch Mitgliederbindung bleiben für uns eine Schwerpunktaufgabe.
Nur so kann es vorwärts gehen. Wir müssen aber auch die Möglichkeiten prüfen, ob ab 2017 die Aufgaben durch angemessene Beitragsanpassung gegenfinanziert werden können.

Unsere Zusammenarbeit mit den fünf Kreisbauernverbänden der Ostregion hat sich positiv entwickelt. Wir haben gute Beziehungen zur Regionalgeschäftsstelle in Stadtroda, wo Herr Dr. Siegfried Stenzel als Geschäftsführer die Geschicke der Kreisverbände Saale-Orla, Saale-Holzland und Saale-Rudolstadt leitet. Frau Angelika Geilert leitet die Regionalgeschäftsstelle Gera, Greiz in Zeulenroda. Wir verstehen uns, machen was geht, abgestimmt und ergänzen uns. Die Zusammenarbeit der Kreisvorsitzenden ist ebenfalls gut. Der neue Hauptgeschäftsführer des Thüringer Bauerverbandes Herr Thomas Grottke hat sich gut eingearbeitet. Unser Präsident Herr Helmut Gumpert hat uns sehr gut in der Öffentlichkeit und innerhalb des Berufsstandes vertreten. Der Vorstand des KBV Altenburg dankt beiden für ihr engagiertes Auftreten. Auch pflegen wir eine kooperative Partnerschaft mit unserem Landwirtschaftsamt, dem Landratsamt und dem Amt für Flurneuordnung.

Dafür ein herzlicher Dank an die Partner.

Die Zusammenarbeit mit dem Verein FEAL e.V., dem Maschinenring Osterland e.V. und dem Verein Altenburger Bauernhöfe e.V. haben sich weiter positiv entwickelt. Wir stimmen uns ab, geben gegenseitig Unterstützung wo es geht, dafür ebenfalls einen herzlichen Dank. Dank gilt auch den Landfrauen sowie den Landsenioren für ihre vielfältigen Aktivitäten. Was wären wir ohne euch? Die Zusammenarbeit mit euch macht uns immer wieder Freude.

 


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