Bilanz 2015 PDF Drucken E-Mail

Das Jahr 2015 war für uns Landwirte von überwiegend negativen Herausforderungen geprägt. Die niedrigen Erzeugerpreise bei Milch, Fleisch, Eiern, bei Getreide und Obst setzten uns gewaltig zu. Sie belasteten die Liquidität, ja - sie gefährdeten unserer Existenz!

Wir sind stolz auf unsere Landwirte, mit welcher Kraft und mit welchem Elan wir diese Fortschritte auf den Feldern und in den Ställen erreicht haben. Im Jahr 2015 konnten die Landwirte im Altenburger Land auf ihren Feldern, besonders bei den Hauptkulturen  wie Qualitätsweizen oder  Wintergerste, über 90 dt/ha und bei Winterraps 44 dt/ha ernten. Sie lagen damit in Thüringen in der Spitzengruppe. Bei vielen anderen pflanzlichen Kulturen wurden gute bis sehr gute Erträge erreicht.


Bei der Veredelung sind die Leistungen unserer Tierbestände ob bei Rindern, Schweinen, Geflügel oder Bienen auf sehr hohem Niveau.
Unsere im Landkreis gehaltenen Rinder - circa 13.500 Stück, davon circa 5.300 Milchkühe, waren auch im letzten Jahr mit ihren Leistungen, ihrer Rohmilchqualität in der Spitzengruppe von Thüringen. Solche Ergebnisse kommen nicht im Selbstlauf, die Rinderhalter haben viel für die Gesundheit ihrer Bestände getan. Sie haben die Haltungsbedingungen verbessert, die Melktechnik erneuert, legen großes Augenmerk auf die Futterqualität. Diese Maßnahmen haben auch dazu geführt, dass die Rinderbestände in unserem Landkreis BHV1-frei sind.

Die Leistungen der Ferkelerzeuger und der Schweinemäster in unserem Landkreis sind ebenfalls sehr, sehr gut. Bei allen Schweinhaltern wurden in den letzten Jahren durch Modernisierung, Umbau oder Neubau die Haltungsbedingungen entscheidend verbessert. Der Gesundheitsstatus der Schweine ist gut.In unserer größten Schweinzuchtanlage in Löbichau mit 1.300 Sauen konnten 31,4 aufgezogene Ferkel pro Sau erreicht werden, ein Spitzenergebnis! Die besten Leistungen in der Mast lagen bei 882 Gramm Nettotageszunahme bei einem Futtereinsatz von 2,89 Kilogramm Futter OS pro kg Zuwachs Schwein.


Alle diese Produktionsergebnisse zeigen, wie verantwortungsvoll die Landwirte auf den Feldern und in den Ställen ihre Aufgaben wahrgenommen haben. Euch allen gebührt dafür Lob, Dank und Anerkennung.


Der Landwirt Wolfram Pohle hat zwischen Göhren und Kürbitz Ställe für die Putenmast gebaut.

Er betreibt seit über 20 Jahren in Romschütz schon zwei Ställe, hat Erfahrungen mit der Putenmast gesammelt und obige Investitionen auf den Weg gebracht. Sein Abnehmer, die Heidemark-Gruppe in Niedersachsen, kann diese Tierbestandserweiterung vermarkten. Seit nunmehr 3,5 Jahren hat Wolfram Pohle, unterstützt durch seine Familie, für diese Investition gekämpft. Seit Mai 2015 hat er eine Baugenehmigung. Es wurden zwei Ställe für jeweils 8.100 männliche Tiere und ein weiterer Stall für die Aufzucht von 32.400 Küken gebaut. Dieser Stall wird dann noch für die weitere Aufzucht von 16.200 Hennen genutzt -ein abgestimmtes Aufzuchtregime, welches den Puten optimale Haltungs- und Hygienebedingungen bietet.

Die Futterversorgung der Tiere wird durch den Landwirt abgesichert. Wolfram Pohle und seine beauftragten Baufirmen haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Aktuell bemüht er sich um eine Teilbetriebsgenehmigung. Wir ziehen vor ihm, aber auch vor seiner Familie, den Hut. Denn das, was in den letzten 3,5 Jahren gelaufen ist, hat Ihnen sehr viel abverlangt. Ich hoffe, es kann mit der Einstallung bald losgehen. Alle guten Wünsche für die Produktion!


Wie in den Vorjahren, hatten wir im Verbandsgebiet Projektarbeiten vorgenommen.
Der Weizen, besonders der Qualitätsweizen, ist bei uns die wichtigste Ackerkultur.  Seit nunmehr 30 Jahren haben wir in Mockzig eine Versuchsfeldanlage. Heute gehört diese Versuchsfeldanlage der Agrar T+P GmbH Mockzig. Betrieben wird sie von der Erzeugergemeinschaft Thüringer Qualitätsgetreide und Ölsaaten.

Die Sortenversuche sind so angelegt, dass sie die letzte Stufe der Züchtung und die erste Stufe der Praxiserprobung sind. Getestet wird speziell für die landwirtschaftlichen Bedingungen des Osterlandes. Durch die Versuche können die ansässigen Landwirte frühzeitig vergleichen und ihre Sorten für den Anbau wählen. Mit diesem Herangehen sind sie immer in der ersten Reihe  - die Erträge zeigen das auch.

Das Projekt Maissorten konnten wir auch 2015 fortsetzen. Zwanzig beteiligte Projektpartner, Landwirte, Züchterhäuser, die Versuchsstation Großenstein und die VR-Bank haben eigenfinanziert am Standtort Oberarnsdorf/Mockzig 38 Maissorten mit Vollanalyse des Erntegutes gezeigt und ausgewertet. An der Versuchsstation Großenstein wurden 21 Maissorten mit Vollanalyse gezeigt und ausgewertet.

In Raitzhain war eine Körnermaisdemo mit 66 Sorten angelegt und durch die Versuchsstaion ausgewertet. Unser Dank gilt Herrn Frank Quaas und den Mitarbeitern der Versuchsstation Großenstein für ihr engagiertes Handeln. Beide Projekte sind als Fortsetzung für 2016 geplant und stecken in der Vorbereitung. Sich als Projektpartner zu engagieren hilft, richtige Entscheidungen zu treffen. Bitte, beteiligt euch. „Ohne Bauern keine Zukunft“ sind hier keine leeren Worte, sondern gelebte Wirklichkeit.


Der Deutsche Bauerntag im Juni in Erfurt war ein Erfolgt auf ganzer Linie für die berufsständige öffentliche Darstellung unserer Landwirtschaft.
Der Auftritt auf der Messe Erfurt hat die Teilnehmer aus ganz Deutschland beeindruckt. Mit der „Erfurter Erklärung“ haben wir, die deutschen Bauern, uns unmissverständlich gegenüber Politik und Gesellschaft positioniert. Wir haben es satt, als Spielball für teilweise inhaltlose politische Parteiprogramme herzuhalten! Wir haben klargestellt, in Deutschland brauchen wir eine moderne, zukunftsorientiert, nachhaltige und vielfältige Landwirtschaft, die wir selbst mitgestalten wollen. Aktiv sucht der Berufsstand nach Lösungen, zum sachlichen Dialog sind wie immer bereit.


Das 22. Landeserntedankfest am 10. Oktober 2015 in Altenburg war für Ostthüringen ein gelungener Höhepunkt für unseren Berufsstand. Umrahmt wurde das Fest vom traditionellen Altenburger Bauernmarkt, der mit seinem facettenreichen Angebot verschiedener Produkte und landwirtschaftlichen Erzeugnissen lockte, dem ökumenischen Gottesdienst in der Brüderkirche, der historischen und modernen Landtechnikausstellung und einem imposanten Kulturprogramm, das die zahlreichen Gäste erfreute. Gemeinsam haben dabei wir Landwirte, Vertreter des Landwirtschaftsamtes und des NABU das Gespräch mit den Gästen zu aktuellen Fragen der Landwirtschaft geführt.

Bewährt hatte sich die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis, den Kirchen und den Landwirten. Die gute Aufgabenteilung machte es den Akteuren leichter. Es war eine gute Verbindung zwischen bäuerlicher Kulturgeschichte und aktueller Landwirtschaft gelungen. An dieser Stelle geht der besondere Dank an unsere Landfrauen für vorbildliches Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung. Ein Dankeschön an die Sponsoren, welche das Projekt „Gartenkinder“ der Landfrauen mit Spenden von 2.090,00 € unterstützt haben.

Wir wissen, dass dieser Teil der Öffentlichkeitsarbeit unverzichtbar ist und bleibt. Wir danken allen Landwirten für ihre öffentlichen Aktivitäten durch Hoffeste oder dem „Tag der offenen Tür“.

 

Macht weiter so!

 


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