Glyphosat PDF Drucken E-Mail

Altenburg, 13. Dezember 2017


Stellungnahme des Kreisbauernverbandes Altenburg e.V.
zum Einsatz von Glyphosat auf den Feldern im Altenburger Land


Glyphosat ist ein Pflanzenschutzmittel, das seit sich Jahren in der landwirtschaftlichen Praxis bewährt hat und auch von den Landwirten im Altenburger Land genutzt wird.

Warum nutzen wir Glyphosat? Glyphosat unterbricht die Photosynthese, also das Pflanzenwachstum. Es wirkt demnach nicht als Gift. Deshalb gehen wir Landwirte davon aus, dass es sich bei Glyphosat um ein besonders schonendes Pflanzenschutzmittel handelt. Das haben auch die jüngsten Untersuchungen unabhängiger Institute ergeben: Der Wirkstoff ist nach der wissenschaftlichen Bewertung durch das unabhängig arbeitende Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und durch die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als gesundheitlich unbedenklich eingestuft worden.

Für uns Landwirte ergibt der Einsatz von Glyphosat aber noch einen weiteren Effekt: Der Wirkstoff Glyphosat ermöglicht uns bodenschonende, pfluglose Anbauverfahren, die den Humusaufbau stärker fördern, den Technikeinsatz und den damit verbundenen Kraftstoffverbrauch senken und damit die CO2-Bilanz im Ackerbau verbessern.

Beim Einsatz von Glyphosat können wir auf ein starkes Kontrollmanagement bauen: Ebenso wie alle anderen Wirkstoffe und deren entsprechende Pflanzenschutzmittel unterliegt Glyphosat einem strengen und rigidem Genehmigungs- und Zulassungsverfahren auf europäischer und nationaler Ebene.

Dabei gilt für uns grundsätzlich: Wir arbeiten nach guter landwirtschaftlicher Praxis. Dazu zählt unter anderem die standortgerechte Fruchtfolge mit geeignetem Saatgut, eine bedarfsgerecht Düngung, eine den Bodenverhältnissen angepasste Bodenbearbeitung sowie eine optimale Saatbettbereitung. Die Einhaltung dieser Regeln hilft, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu optimieren und damit gleichzeitig auf das pflanzenbaulich notwendige Maß zu reduzieren. Diese Regeln dienen der Gesunderhaltung des Bestandes und der Sicherung einer qualitativ hochwertigen Ernte.

Und eben nur mit solch einer qualitativ hochwertigen Ernte kann der Landwirt im Altenburger Land auf dem europäischen und weltweiten Agrarmarkt bestehen. Der Verzicht auf den Einsatz des Pflanzenschutzmittels Glyphosat hätte Ertragseinbußen von zirka 50 Prozent zur Folge. Für die Landwirtschaft im Altenburger Land wäre das ruinös.

Berndt Apel
Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Altenburg e.V.




Stellungnahme Agrarprodukte Schmölln


Als Landwirtschaftsbetrieb, welcher sich seit 1996 der Mulchsaatpraxis verschrieben hat, sehen wir mit Besorgnis in die Zukunft. Reduzierte Bodenbearbeitung und Mulchsaatpraxis sind Voraussetzung für einen wirksamen Erosionsschutz auf unseren Ackerflächen. Außerdem fördern wir dadurch die Lebendverbauung (Regenwurmtätigkeit) unserer Nutzflächen und tragen zur Erhaltung und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit bei.

Bei der Nutzung reduzierter Glyphosat-Aufwandmengen kommen bei uns entsprechende Zusatzstoffe zum Einsatz. Zum einen wird über einen Säuerungszusatz der PH-Wert des Spritzwassers abgesenkt. Zum anderen kommt ein neu entwickelter, natürlicher Hilfsstoff zum Einsatz, welcher als Haft- und Spreitmittel gewährleistet, dass die nächtliche Taubildung die Wirksamkeit des Glyphosates nicht mindert.

Der zielgerichtete und auf Reduzierung orientierte Glyphosateinsatz ist für uns ein wichtiger Baustein, damit reduzierte Bodenbearbeitung und eine effektive Antiresistenzstrategie bei Problemgräsern möglich bleibt. Monsanto-Glyphosate, welche in der Regel kostenintensiver sind wie zum Beispiel das „Roundup® Power-Flex“, verfügen durch entsprechend hochwertige Formulierungen über die Möglichkeit, schadpflanzenspezifische Aufwandmengen um bis zu 30% zu reduzieren und dabei die Wirkungssicherheit zu gewährleisten.

Hoffen wir schließlich darauf, dass sie als Stadträte weiter das Vertrauen in uns Landwirte auch in Zukunft haben.


Reiner Risch
Geschäftsführer


Einsatz von Glyphosat in der Agrar T&P GmbH Mockzig und Agrar GmbH Ziegelheim


Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Wirkstoff neben den anderen in Deutschland zugelassenen herbiziden Wirkstoffen sehr wichtig ist. Begründet werden kann dies durch folgenden Punkte:

• Wichtiger Baustein im Resistenzmanagement der am Markt befindlichen Herbizide
• Wichtiges Pflanzenschutzmittel im Erosionsschutz
• Schnelle Abbaubarkeit im Boden
• Sehr sichere und schnelle Wirkung auf jegliche Unkräuter

Alle diese Punkte sind in der Landwirtschaft sehr von Bedeutung. Ich leite in zwei verschiedenen Betrieben seit 2,5 Jahren den Pflanzenschutz. Neben dem Aspekt, dass die Ausbringung nicht auf noch zu erntende Bestände (Sikkation) erfolgt, ist der Umgang mit dem Wirkstoff sehr unterschiedlich. In der Agrar T&P GmbH Mockzig, lege ich sehr viel Wert darauf, den Umgang mit dem Wirkstoff soweit es geht zu vermeiden. Ich setzte das Mittel nur ein, wenn bestimmte Problemunkräuter vorhanden sind (Quecke, Distel und Ackerwinde). Außerdem kommt das Mittel gehäuft zum Einsatz, wenn die Witterungsbedingungen keine vernünftige Bodenbearbeitung zulässt und wenn die Fläche eine erhöhte Erosionsgefahr aufweist.

In der Agrar GmbH Ziegelheim gelten zunächst die gleichen Grundsätze. Zudem werden hier der Ausfallraps im Herbst und nicht vollständig abgefrorene Zwischenfrüchte im Frühjahr mit Glyphosat beseitigt. Dies spart Überfahrten mit Bodenbearbeitungsgeräten, was folgende Vorteile bietet:

• Geringere CO2-Freisetzung aus dem Boden, durch eine geringere Bodenbearbeitungsintensität
• Geringerer Dieselverbrauch/ha (positive Wirkung auf CO2-Bilanz und Schadstoffausstoß)
• Geringerer Arbeitszeitbedarf und damit tendenzielles Brechen von Arbeitsspitzen
• Höherer Erosionsschutz der Flächen
• Das Risiko von Herbizidresistenzen wird gesenkt

Nach vielen wissenschaftlichen Arbeiten soll der Abbau des Wirkstoffes im Boden sehr schnell erfolgen. Die Toxizität soll der von Kochsalz ähneln. Sicherlich muss man auch betrachten, dass die Biodiversität durch das Absterben aller Unkräuter zumindest im Anwendungsjahr eingeschränkt wird.

Tom Bauch
Abteilungsleiter Pflanzenproduktion der Agrar T&P GmbH Mockzig



 


Powered by Joomla!. Designed by: free perl hosting dot-JP reseller Valid XHTML and CSS.